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Studienfahrt nach Auschwitz

An einer sechstägigen Studienfahrt mit dem Thema „Auschwitz mit eigenen Augen“ haben vier Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Willy-Brandt-Gesamtschule Castrop-Rauxel mit ihrer Lehrerin Anette Liesert nach Auschwitz/Oswiecim und Krakau teilgenommen. Die Willy-Brandt-Gesamtschule versteht ihre Beteiligung nach Feststellung der Schulleiterin Gudrun Höhle als einen kleinen Beitrag im Sinne der Politik der Verständigung und Versöhnung gemäß ihres Namensgebers, des ehemaligen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt und der an der Schule gelebten Kultur von Menschlichkeit und Toleranz.

Internationales Bildungs- und Begegnungswerk

Organisiert und durchgeführt wurde die Fahrt vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk IBB in Dortmund. Neben der Besichtung der Kleinstadt Oswiecim standen umfassende Führungen durch das Stammlagers Auschwitz I und des Vernichtungslagers Auschwitz II/Birkenau auf dem Programm. Ergänzt wurde die Erarbeitung des Themas durch Workshops und Gesprächsrunden in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz.

Bericht eines Zeitzeugen

Besonders eindrucksvoll und bewegend war die Begegnung und das Gespräch mit dem Zeitzeugen Jozef Paczynski, der von 1940 bis Anfang 1945 mit der Lagernummer 121 Häftling des Konzentrationslagers Auschwitz war und dort u. a. als Friseur des Lagerkommandanten Rudolf Höß arbeiten musste und dieser Arbeit wohl sein Überleben verdankt.

Gespräch mit dem Zeitzeugen Jozef Paczynski

Josef Paczynski mit Teilnehmern der Studienfahrt - Von der Willy-Brandt-Gesamtschule Castrop-Rauxel: Christine Wieger (2. R., 2.v.l), Lara Hering (dahinter, verdeckt), Lisa Meier (1.R, 2. v. r) und Benedikt Edeler (2. R., 1. v. r.).


Jüdische Geschichte in Krakau

In Krakau hatten die Teilnehmer Gelegenheit bei einem Besuch des jüdischen Stadtteils Kazimierz Einblicke in die jüdische Geschichte und die Bedeutung und Rolle der Juden und der jüdischen Kultur in Krakau zu gewinnen. Eine Vorstellung von der Verfolgung und Liquidierung der Juden durch die SS zur Zeit der Besatzung durch die Deutschen ergab sich an den aus dem Film „Schindlers Liste“ bekannten Originalschauplätzen. Aber auch die Verfolgung und Vernichtung, der die polnische Bevölkerung ausgesetzt war, wurde an vielen Stellen ersichtlich.

Anständig leben und gut zueinander sein

Tief bewegt traten die Teilnehmer mit dem Lebensspruch und Lebensauftrag Jozef Paczynskis an die Schülerinnen und Schüler und Lehrer den Heimweg an: „Man soll Mensch sein. So wie wir Häftlinge uns gegenseitig beim Überleben geholfen haben, so sollen wir auch heute anständig leben und gut zueinander sein.“